Simracing VR-Headsets – Übersicht und Empfehlungen
Das Thema VR gewinnt in der Simracing-Community zunehmend an Bedeutung und etabliert sich allmählich als ernstzunehmende Alternative zu herkömmlichen (Multi-)Monitor-Setups. Auf dieser Seite werden einige der derzeit beliebtesten Headsets vorgestellt und verschiedene Aspekte beleuchtet.

Einleitung
VR ist nach wie vor ein relativ unübersichtliches Thema. Es gibt nicht nur immense Unterschiede zwischen den angebotenen VR-Headsets, die deutlich über die in der Tabelle angegebenen Hauptkriterien hinausgehen, sondern auch bei Themen wie Software, Kompatibilität und Co.
Dieser Artikel gibt einen ersten Einblick ins Thema und stellt einige Headsets vor.
Anmerkung: Alle in diesem Artikel genannten und/oder empfohlenen VR-Headsets (mindestens eines pro Modellreihe) wurden für die Auflistung getestet, mit Ausnahme der Sony PSVR2.
Modelle im Vergleich
In der nachfolgenden Tabelle findet ihr eine Übersicht über die aktuell beliebtesten VR-Headsets. Sollte ein Modell fehlen, lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen. Die angegebenen Preise orientieren sich jeweils an den aktuellen Marktpreisen, die übrigen Werte sind Herstellerangaben.
| Image | Headset | Price | Res. / Hz | HFOV | Conn. | Shop* |
|---|---|---|---|---|---|---|
![]() | Bigscreen Beyond 2 | 1.369 | 2560 x 2560 | 108° | Cable | Bigscreen |
![]() | HP Reverb G2 | used | 2160 x 2160 | 98° | Cable | Amazon |
![]() | Meta Quest 3 | 549 | 2064 × 2208 | 104° | WLAN | Amazon |
![]() | Meta Quest 3s | 329 | 1832 x 1920 | 97° | WLAN | Amazon |
![]() | Pico Pico 4 | 479 | 2160 x 2160 | 104° | WLAN Cable | Amazon |
![]() | Pimax Crystal Light | 942 | 2880 x 2880 | 115° | Cable | Pimax |
![]() | Pimax Cystal Super 50PPD | 1.588 | 3840 x 3840 | 120° | Cable | Pimax |
![]() | Pimax Cystal Super 57PPD | 1.588 | 3840 x 3840 | 127° | Cable | Pimax |
![]() | Pimax Cystal Super UW | 1.588 | 3840 x 3840 | 140° | Cable | Pimax |
![]() | Sony PSVR2 | 499 | 2000 x 2040 | ???° | Cable | Amazon |
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Achtung: Seit dem Windows 11 24H2-Update (Oktober 2024) sind Windows Mixed Reality (WMR)-Headsets wie Acer OJO, Asus HC102, Dell Visor, HP Reverb G1/G2, Lenovo Explorer und Samsung Odyssey nicht mehr nutzbar, da die WMR-Unterstützung eingestellt wurde. Um die Funktionalität zu erhalten, nutze Windows 11 23H2 oder Windows 10. Alternativ kannst du den inoffiziellen Oasis-Treiber für SteamVR testen.
(Weitere) Kriterien
Nachfolgend findet ihr einige weitere Kriterien, die ihr beim Vergleich von VR-Headsets berücksichtigen könnt.
- IPD: Als IPD (Interpupillarabstand) wird der Abstand zwischen den Pupillen bezeichnet. Er muss für die korrekte Darstellung der Inhalte einer VR-Brille eingestellt werden. Die verschiedenen Headsets unterscheiden sich hierbei sowohl in der minimalen bzw. maximalen Distanz, die eingestellt werden kann, als auch in der Art und Weise der Verstellung. Je nach Modell kann diese entweder (teilweise auch atomistisch) über die Software oder beispielsweise über ein mechanisches Drehrad eingestellt werden.
- Refresh-Rate: Jedes VR-Headset hat eine maximale Bildwiederholrate, mit der es betrieben werden kann. Höhere Raten sorgen für flüssigere Bewegungen und reduzieren Motion Blur sowie Motion Sickness, also Übelkeit, die beim Simracing insbesondere bei der Verwendung von Motion-Simulatoren auftreten kann. Moderne Headsets erlauben in der Regel mittlerweile eine Refresh-Rate von 90 Hz und mehr.
- Linsen: Beim Thema Linsen unterscheidet man bei herkömmlichen VR-Headsets zwischen drei verschiedenen Typen: Fresnel (z. B. PSVR2, Quest 2), Pancake (Quest 3) und Aspheric (Pimax Crystal). Die verschiedenen Bautypen haben jeweils verschiedene Vor-, aber auch Nachteile. Asphärische Linsen erlauben beispielsweise im Allgemeinen eine bessere Lichtausbeute und sind weniger anfällig für Bildstörungen wie Glare und God-Rays, allerdings sind sie auch schwerer und nehmen mehr Platz in Anspruch.
- Tracking: Um die Position des Fahrers zu bestimmen, muss jedes VR-Headset dessen Bewegungen und Ausrichtung erfassen können. Während früher oft Basisstationen zum Einsatz kamen, bieten heute nahezu alle aktuell verfügbaren Headsets integriertes Inside-Out-Tracking. Je besser dieses in der Praxis funktioniert, desto seltener muss die Position manuell zurückgesetzt und neu zentriert werden.
- Gewicht / Formfaktor: Die in der Liste aufgeführten Headsets besitzen verschiedene Bauweisen, sind unterschiedlich groß und schwer. So wiegt beispielsweise ein Bigscreen Beyond 2 nur einen Bruchteil des Gewichts eines Pimax-Headsets und ist dabei auch deutlich kleiner. Für die Verwendung in einem stationären Sim-Rig ist dies nicht von großer Bedeutung, bei längeren Sessions oder der Verwendung von Motion-Rigs kann es jedoch ein entscheidender Faktor sein.
- Software: Ebenfalls gibt es größere Unterschiede bei der Software der verschiedenen Headsets. So unterstützen diese beispielsweise unterschiedliche Techniken wie SteamVR, OpenXR, WMR oder Oculus.
- Audio: Ebenso gibt es Unterschiede bei den Audio-Lösungen der verschiedenen Headsets. Während einige Anbieter lediglich Ports für den optionalen Anschluss von Kopfhörern verbauen, bieten andere eigene Audio-Lösungen an oder integrieren diese standardmäßig in das Headset.
- Foveated Rendering: Die Technik des Foveated Rendering bietet die Möglichkeit, Teile des Screens, die sich in den Außenbereichen befinden, in einer niedrigeren Auflösung zu rendern. Dadurch können signifikante Performance-Gewinne erzielt werden. In Kombination mit Eye Tracking lässt sich so auch Dynamic Foveated Rendering umsetzen. Dabei wird der zentrale Punkt nicht mehr starr in der Mitte platziert, sondern richtet sich exakt nach dem Blickpunkt des Fahrers aus.
- Hardwareanforderungen: Die Hardwareanforderungen sind ein wichtiger Faktor, der bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden sollte. Nutzer mit einem durchschnittlichen PC brauchen kein VR-Headset mit extrem hoher Auflösung. Hier muss die vorhandene Hardware zum Headset passen.
Empfehlungen VR-Headests / VR-Brillen
Der Abschnitt Empfehlungen beginnt beim Thema VR dieses Mal etwas anders. Zunächst sollte man sich darüber klar werden, ob man ein VR-Headset auch bei längeren Sessions verträgt und nicht von Motion Sickness betroffen ist. Hierfür hat man entweder die Möglichkeit, ein Headset bei einem Bekannten oder auf einem Event zu testen, oder zunächst ein günstiges Headset zu erwerben.
Für Einsteiger ist hier aktuell vor allem die HP Reverb G2 als Gebrauchtgerät sehr attraktiv, da sie bereits für rund 100 Euro verkauft wird und mithilfe der Software Oasis Driver auch auf aktuellen Systemen genutzt werden kann.
Bei einem etwas größeren Budget kommen die Meta Quest 3 und die Pico 4 infrage. Sie verfügen jeweils über ein horizontales Sichtfeld von 104 Grad und unterstützen OpenXR/SteamVR.
Im Preisbereich bis 1.000€ macht man dann mit der Pimax Crystal Light (Pimax Crystal Light – VR-Headset im Simracing-Test) noch einmal einen recht großen Schritt nach vorne, da sie eine deutlich höhere Auflösung pro Auge (2.880 x 2.880) und ein höheres horizontales Sichtfeld von maximal 115 Grad bietet.
Im absoluten High-End-Bereich hat man dann aktuell unter anderem die Wahl zwischen den verschiedenen Modellen der Pimax Crystal Super (Pimax Crystal Super – VR-Headset im Simracing-Test und der Bigscreen Beyond 2. Letztere setzt auf ein extrem kleines und leichtes Design, während Pimax voll auf die Bildqualität setzt. Die Pimax Crystal Super bietet extrem hochauflösende Bildschirme (3840 x 3840 Pixel pro Auge) sowie ein sehr hohes maximales horizontales FOV von 140 Grad (Ultrawide).

VR vs. Monitor
Die Frage, ob ein Monitor oder ein VR-Headset die richtige Wahl für einen Simracer ist, wird immer wieder zur Glaubensfrage. Im Folgenden findet ihr einige Aspekte, in denen sich die beiden Konzepte potenziell unterscheiden.
Immersion
Der Hauptgrund für die Nutzung eines VR-Headsets dürfte zweifelsfrei der Faktor Immersion sein. Simracing ist und bleibt ein perfekter Anwendungsfall: Durch die feste Sitzposition in Kombination mit einem Lenkrad als Eingabegerät kann ein VR-Headset seine Vorteile voll ausspielen. Im Vergleich zu regulären Monitoren ist das Mittendrin-Gefühl auf einem ganz anderen Level und kann selbst von Triple-Screen-Setups nicht übertroffen werden. In diesem Bereich ist ein VR-Headset die klare Nummer eins.


Plug & Play
Beim Thema Plug & Play sieht es anders aus. Der Betrieb eines Setups mit VR-Headset erfordert sowohl in Bezug auf die Software als auch auf die Vorbereitung am Rig deutlich mehr Einarbeitungszeit. Gerade in wechselnden Simulationen wird das schnelle Hüpfen ins Cockpit und das Drehen einiger Runden nicht selten zur Herausforderung, sodass die eigentliche Fahrzeit auf der Strecke gerne mal etwas leidet.
Performance / Pace
Die Frage, ob man aus Performance-Gründen ein VR-Headset kaufen sollte, kann eher pauschal mit „nein” beantwortet werden. Zwar profitieren Einsteiger sehr von der verbesserten räumlichen Wahrnehmung und können dadurch schneller auf Pace kommen, doch die meisten schnelleren Fahrer verlassen sich weiterhin eher auf Monitor-Setups, da diese besser replizierbar sind. Das soll allerdings nicht bedeuten, dass man mit einem VR-Headset nicht genauso schnell oder sogar schneller sein kann.
Umfrage: VR oder Monitor(e)?
Zum Abschluss findet ihr eine kurze Umfrage zum Thema VR. Welche Technologie verwendet ihr aktuell bzw. plant ihr für die Zukunft?











