CONSPIT CHS Dual-Mode Shifter im Test

CONSPIT kombiniert mit dem CHS Dual-Mode Shifter eine klassische H-Schaltung und einen sequenziellen Shifter in einem kompakten, vollständig aus Metall gefertigten Gehäuse. Anders als bei vielen vergleichbaren Lösungen verfügt das Modell für beide Betriebsarten über separate mechanische Schaltkanäle, die jeweils ein eigenständiges Schaltgefühl ermöglichen sollen. Im Test musste der 369 Euro teure Shifter zeigen, ob dieses Konzept auch auf der Strecke überzeugt und den Kaufpreis rechtfertigt.

Bestellung und Versand

CONSPIT setzt auch für den CHS Dual-Mode Shifter wieder auf ihr duales Vertriebssystem, welches neben dem eigenen Webshop zusätzlich auf den Vertrieb über Partnershops in der ganzen Welt setzt. Dort wird der Shifter jeweils zu Preisen um 369 Dollar bzw. Euro angeboten, wobei je nach Land und Shop noch zusätzliche Versandkosten anfallen können. Zum Zeitpunkt des Tests konnte der Shifter noch nicht bestellt werden, er sollte aber in Kürze bei den bekannten Partnern von CONSPIT verfügbar sein.

  • CONSPIT CHS Dual-Mode Shifter: 369€

Das hier getestete Produkt wurde für den Zeitraum des Tests durch den Hersteller zur Verfügung gestellt. Es wurde zu keinem Zeitpunkt Einfluss auf den Inhalt dieses Testberichtes genommen.

Technische Daten

Nachfolgend findet ihr die von CONSPIT zur Verfügung gestellten Specs zum Shifter (bis auf das Produktgewicht). Auffallend sind dabei vor allem das recht kompakte Gehäuse für einen Dual-Mode-Shifter sowie die lange Feature-Liste.

Product Dimensions95x165x255 mm (with default shift rod length)
Extended Height305 mm with included 50 mm extension link
Net Weight~2.2 kg
Main MaterialAluminum alloy, heat-treated 45# steel key components
Shift ModesH-pattern 7+R and Sequential +/-
Shift ResistanceAdjustable from 3 kg to 10 kg with hex wrench
H-pattern Shift Throw38 mm / 12°
Sequential Shift ThrowSnapShift® asymmetric short-throw design
Engagement Start Point12 mm / 4.5°, shared by both modes
Durability Validation1,000,000 total mechanical action cycles: 500,000 lateral end-to-end movements + 500,000 fore-aft shift engagements
Indicators9 × RGB LED indicators
Sensor TypeHall magnetic sensors
Side WindowHigh-transparency window installed; Dark-tinted window included
Shift Knob ThreadM10 × 1.5 × 15 mm external thread
MountingBottom M5 mounting; Φ6.5 mm holes on adapter bars
PlatformPC
ConnectionUSB direct; SimHub RGB support
CableUSB cable
SoftwareConspit Link 2.0, SimHub

Lieferumfang

Ein Bereich, in dem CONSPIT regelmäßig überzeugt, ist ganz klar der Lieferumfang. Auch hier geizt der Hersteller wieder nicht und legt deutlich mehr als den Standardinhalt mit ins Paket. Dazu gehören unter anderem ein ganzer Satz Innensechskantschlüssel, Montagematerial, Brackets (das Bild des Lieferumfangs wurde nachträglich bearbeitet, um eine mittlerweile überabeitete Version darzustellen) und eine zweite seitliche Abdeckung.

Kompatibilität und Montage

Dank der kompakten Bauweise (95 x 165 Millimeter) ist man bei der Montage sehr flexibel. Der Shifter selbst besitzt allerdings nur vier M5-Gewinde an der Unterseite, wodurch eine Montage ohne zusätzliche Brackets nicht möglich ist. Die mitgelieferten Brackets bieten nach einer Überarbeitung seitens CONSPIT aufgrund eines ersten Testfeedbacks die Möglichkeit, den Shifter direkt von oben auf ein Aluminiumprofil zu verschrauben. Dies sollte bei nahezu jedem Rig möglich sein, selbst ohne zusätzliche Shifter-Platte. Während des Tests kam hier eine 3D-gedruckte DIY-Lösung zum Einsatz, welche vor allem im H-Modus durch die hohen seitlichen Kräfte stark an ihre Grenzen kam. Für die Verbindung zum PC reicht ein einzelnes USB-C-Kabel, welches an der Vorderseite eingesteckt wird.

Der Shifter ist mit allen aktuellen Simulationen kompatibel, die entsprechende externe Shifter unterstützen, und wird als normaler Gamecontroller erkannt.

Software

Selten war eine Software gleichzeitig so schlicht und dennoch funktional in ihrer Anwendung wie diese. Während man den Schaltmodus direkt am Shifter selbst wählt, kann man hier die Kalibrierung durchführen (die während des Testzeitraums insgesamt zweimal wiederholt werden musste) sowie die Funktionsweise der RGB-LEDs einstellen. Beides geht sehr schnell vonstatten und man verbringt nur wenige Sekunden in der Software, bevor es auf die Strecke gehen kann. Für die Kalibrierung schaltet man je Modus einmal durch alle Gänge und ist danach startbereit.

Wer möchte, kann die LEDs zudem auch komplett nach Bedarf in SimHub konfigurieren. Hierzu fügt man den Shifter als eigenständiges Gerät in der Software hinzu und wählt im CONSPIT-Link den SimHub-Modus aus.

Material, Verarbeitung und Technik

Der etwas mehr als zwei Kilogramm schwere Shifter ist trotz seines Dual-Modus mit einer Grundfläche von 95 x 165 Millimetern relativ kompakt. Dank seines Aufbaus bietet er eine extrem hohe Stabilität. Zudem ist er sehr gut verarbeitet. Das Gehäuse sowie der restliche Aufbau rund um den Arm sind komplett aus Aluminium gefertigt und äußerst massiv. Auch im Inneren kommen überwiegend Komponenten aus Metall zum Einsatz. Laut CONSPIT ist die wichtigste Komponente aus gehärtetem 45#-Stahl gefertigt. Insgesamt wird dadurch ein sehr sattes Schaltgefühl erreicht. Die Schaltvorgänge selbst werden von Hall-Sensoren registriert, die für eine korrekte Funktion über die Software kalibriert werden müssen. Beide Modi verfügen über eigene Schaltwege, wodurch ein jeweils individuelles Schaltgefühl umgesetzt wurde. Im H-Mode können über einen Hebel am Schaltarm die Gänge 7 und R freigeschaltet werden. Ohne Betätigung des Hebels bleiben sie mechanisch gesperrt. Durch das Standardgewinde des Schaltknaufs können problemlos Aftermarket-Komponenten verbaut und der mitgelieferte, sehr angenehm in der Hand liegende Schaltknauf aus Aluminium ausgetauscht werden.

  • Stärke: Über ein Gewinde an der Vorderseite kann die Stärke der Schaltvorgänge in einem Bereich von 3 bis 10 Kilo angepasst werden. Das tatsächliche Schaltgefühl hängt dabei natürlich auch vom gewählten Schaltknauf sowie der Verwendung der optionalen Verlängerung ab. Im Test kam eine Einstellung von rund 5 Kilo zum Einsatz, die bereits sehr knackig ist. Auch Liebhaber extrem harter Schalthebel kommen hier voll auf ihre Kosten.
  • Dämpfung: An der Rückseite kann man, ebenfalls über ein von außen zugängliches Gewinde, die Dämpfung verändern (siehe Bild unten). Hier ist die Auswirkung allerdings deutlich weniger stark als bei der Kräfteeinstellung. Für den Test wurde fast ausschließlich die „härteste“ Einstellung gefahren, da diese ein ungefiltertes Schaltergebnis ermöglicht.

Für die Verstellung benötigt man jeweils den gleichen Innensechskantschlüssel. Wenn man häufiger Verstellungen vornehmen möchte, sollte man diesen also stets parat haben. Während des Tests fand sich allerdings relativ schnell eine Lieblingsstellung, die dann auch langfristig genutzt wurde.

H-Schaltung / Sequentielle Schaltung

Wie der Name bereits verrät, bietet der CHS Dual-Mode Shifter zwei verschiedene Modi: einen für eine sequenzielle Schaltung und einen für eine klassische H-Schaltung. Diese unterscheiden sich durch separate Schaltgänge voneinander in ihrer Charakteristik und sind nicht, wie bei vielen anderen Lösungen, durch einen Einsatz umgesetzt, welcher lediglich das Einrasten des Shifters in den Gängen 3 bzw. 4 im sequenziellen Modus verhindert. Das Umschalten zwischen den Modi erfolgt dabei über einen physischen Schieberegler auf der linken Seite des Shifters und dauert nur Sekundenbruchteile. In beiden Modi wird der Schaltvorgang laut CONSPIT ab einem Weg von zwölf Millimetern registriert.

  • Sequentielle Schaltung: Die sequenzielle Schaltung bietet ein ausgezeichnetes Schaltgefühl, das durch die verstellbare maximale Kraft frei nach Belieben angepasst werden kann. Eine Besonderheit ist hier die Umsetzung der von CONSPIT SnapShift genannten Technik, welche für einen asymmetrisch ausgeführten Schaltweg sorgt. Dieser ist beim Hochschalten länger als beim Herunterschalten, was insbesondere in Anbremszonen mit mehreren Schaltvorgängen sehr praktisch sein kann. Hier macht sich der separate physische Schaltkanal bemerkbar, den sich der sequenzielle Modus nicht teilen muss. Der Schaltvorgang an sich ist extrem knackig, zuverlässig und sogar noch einmal subjektiv besser als beispielsweise beim SGP Sequential Shifter von MOZA Racing. Auch die Geräuschkulisse beim Schaltvorgang ist äußerst befriedigend, allerdings ebenso wohnzimmeruntauglich.
  • H-Schaltung: Auch die H-Schaltung hat im Test überzeugt. Hierbei entstehen, vor allem bei hohen Einstellungen für die benötigte Kraft, sehr hohe seitliche Belastungen, weshalb eine absolut solide Montage gewährleistet sein muss. Schreibtischnutzer müssen spätestens hier passen. Die Gänge lassen sich äußerst zuverlässig treffen, wofür auch die gesperrten Gänge 7+R sorgen. Diese werden erst nach Betätigung des Hebels freigeschaltet. Im H-Schaltungs-Modus beträgt der Schaltweg 38 Millimeter. In Kombination mit dem im Standard recht hohen Schaltknauf ergibt sich so ein relativ langer Weg, der allerdings durch kleine, runde Aftermarket-Schaltknäufe reduziert werden kann. Dadurch wirkt der Shifter dann direkt noch sportlicher. Auch wenn der Shifter während des Tests deutlich länger im sequenziellen Modus betrieben wurde, war der Spaßfaktor sehr hoch und das Schaltgefühl geht deutlich über das einer Notlösung hinaus. Durch den separaten Schaltkanal hat man hier einen vollwertigen, echten H-Shifter und muss keine Kompromisse eingehen. Das Ergebnis ist ein sehr gutes Schaltgefühl, das dann erst wieder von spezialisierten High-End-Modellen in teilweise deutlich höheren Preisbereichen übertroffen wird.

LEDs

Auf der linken Seite des Shifters befinden sich neun einstellbare RGB-LEDs, die sich in drei verschiedenen Modi betreiben lassen.

  • Ganganzeige: Hier wird der aktuelle Gang angezeigt und farblich hervorgehoben.
  • Drehzahl: Hier lässt sich die aktuelle Drehzahl visuell darstellen. Sowohl die Farben als auch die Auslösezeitpunkte können in der Software von CONSPIT konfiguriert werden.
  • SimHub-Modus. Freie Konfiguration als eigenes Device in SimHub.

Die LEDs sind ein nettes Gimmick, das während der Fahrt jedoch selten im Blickfeld des Fahrers ist. Allerdings kann gerade die Ganganzeige bei Fahrzeugen ohne eine solche in gewissen Fällen dennoch durchaus praktisch sein.

Fahreindruck

Hier findet ihr einen (ungeschönten) Ersteindruck der allerersten Testrunden mit dem neuen CONSPIT CHS Dual-Mode Shifter in beiden Schaltmodi in der Simulation RaceRoom.

Fazit

Der CONSPIT CHS Dual-Mode Shifter überzeugt vor allem durch seine separaten mechanischen Schaltkanäle. Dadurch wirken beide Modi wie eigenständige, vollwertige Shifter. Besonders der sequenzielle Modus begeistert mit äußerst knackigen Schaltvorgängen, hoher Präzision und der gelungenen, asymmetrischen SnapShift-Mechanik. Doch auch die H-Schaltung bietet ein sattes und zuverlässiges Schaltgefühl und ist deutlich mehr als eine bloße Zusatzfunktion. Verarbeitung, Einstellmöglichkeiten und Lieferumfang bewegen sich auf einem sehr hohen Niveau. In Anbetracht dessen, was geboten wird, erscheint der Preis von 369 Euro daher als durchaus attraktiv. Wer beide Schaltungsarten regelmäßig nutzt und mit der hohen Lautstärke leben kann, erhält mit diesem Produkt eine der derzeit überzeugendsten Dual-Mode-Lösungen auf dem Markt.

Shifter
CONSPIT CHS Dual-Mode Shifter

VORTEILE

  • Dual Mode
  • Schaltgefühl
  • Materialien und Verarbeitung
  • Steuerbare LEDs (SimHub-komaptibel)
  • Lieferumfang
  • Sperre für 7/R-Gänge

NACHTEILE

  • Lautstärke


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