PXN Vector X Pedals – Simracing Pedale im Test
Mit den Vector X Pedals ist der chinesische Hersteller PXN jetzt endgültig im oberen Segment der Simracing-Hardware angekommen. Das neue Pedal-Set ist ab einem Preis von rund 500 Euro erhältlich und bietet neben einer Bremse mit 200-Kilo-Loadcell auch eine solide Base Plate mitsamt Fußablage, wobei durchgehend hochwertige Materialien zum Einsatz kommen.

Bestellung und Versand
Wie das zuletzt getestete GT-ONE-Lenkrad sind auch die Vector-X-Pedals wieder direkt über den hauseigenen Shop von PXN erhältlich. Sie sind in verschiedenen Lagern in der EU, im UK und in den USA verfügbar. Als Versandzeit gibt PXN dabei eine Lieferzeit von typischerweise 7 bis 10 Werktagen an.
Die Pedale selbst sind sowohl als 2-Pedal-Set als auch als Variante mit drei Pedalen verfügbar. Die Kupplung kann auch später noch separat erworben werden.
- PXN Vector X Pedals (Brake + Throttle): 519,00 €
- PXN Vector X Pedals (Brake + Throttle + Clutch): 629,00 €
- PXN Vector X Pedals (Clutch): 149,00 €
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Das hier getestete Produkt wurde für den Zeitraum des Tests durch den Hersteller zur Verfügung gestellt. Es wurde zu keinem Zeitpunkt Einfluss auf den Inhalt dieses Testberichtes genommen.
Lieferumfang
Der Lieferumfang von PXN ist positiv überraschend. Neben den Pedalen, dem Montagematerial, der zweiteiligen Base-Platte und dem Heel Rest befinden sich auch ein Schraubenschlüssel, fünf Imbusschlüssel und M8-Schrauben in zwei verschiedenen Längen zur Montage des Sets am Rig im sehr gut gepolsterten Paket von PXN.




Specs
Nachfolgend findet ihr die technischen Daten des Pedal-Sets, die von PXN selbst angegeben wurden.
| Product Model | PD LP |
| Compatibility | PC |
| Software | PXN SimRacing |
| Controller | Yes, external control box |
| Interchangeable Spring | Yes (Red spring: up to 125KG, Green spring: up to 187KG) |
| Sensor System | Angle Sensor+Loadcell Sensor (Throttle)Loadcell Sensor (Brake) |
| Pedal Material | Carbon Fiber, Stainless Steel (304) and Aluminum (6061) |
| Plug and play | Yes |
| Resolution | 24-Bit (16,777,216) |
| USB Connection | PC |
| Adjustable Travel | Yes |
| Adjustable Spring Force Level | Yes |
| Position Adjustment | Yes |
| Adjustable Linearity | Yes |
| Adjustable Brake Force | 0-200 kg |
| Adjustable Deadzones | Yes |
| Adjustable Pedal Panel | Adjustable Height and Angle |
| Pedal Material | Carbon Fiber, Stainless Steel (304) and Aluminum (6061) |
| Control Box Material | Aluminium Enclosure |
| Product Dimensions | About 360*326*269mm |
| Packaging Dimensions | About 500*394*171mm |
| Weight | About 5650g |
Kompatibilität und Anschlüsse
Die Pedale werden über eine aus Aluminium gefertigte Controller-Box angeschlossen. Diese verfügt über Eingänge für die verschiedenen Sensoren sowie über zukünftige Ports für ein Netzteil und Vibrationsmotoren (noch nicht erhältlich). Die Verbindung zum PC (eine direkte Verbindung zu einer PXN-Base ist nicht vorgesehen) wird dann direkt über den USB-C-Port an der Vorderseite der Box hergestellt, wodurch die Pedale mit Produkten beliebiger Hersteller am PC kombiniert werden können.


Montage
Die Montage der Pedale ist sehr einfach und gut durchdacht. Dabei werden die einzelnen Pedale im hinteren Bereich der mitgelieferten Baseplate verschraubt. Da hier bereits Gewinde vorgebohrt sind, müssen die Pedale im Gegensatz zu denen einiger Mitbewerber nicht umständlich von unten verschraubt werden. Die Position der Pedale zueinander kann dabei relativ frei gewählt werden. Für noch mehr Flexibilität hätten die Gewinde auch im Mittelbereich durchgezogen werden können. Im vorderen Bereich der Baseplate wird dann die Fersenauflage aus drei Millimeter starkem Forged Carbon mitsamt Heelrest aus Aluminium montiert. Letztere kann in drei Positionen verschraubt werden, wodurch sich die Position relativ zu den Pedalen leicht variieren lässt. Die Platte wird dann über die vorhandenen Langlöcher mit dem Rig der Wahl verbunden. PXN legt M8-Schrauben in zwei Längen bei, wodurch prinzipiell jedes Rig abgedeckt sein sollte. Bei der Montage sollte man die Pedale bzw. den Heelrest gegebenenfalls nachträglich montieren, da man so besser an die passenden Schrauben für die Montage am Rig kommt.
Insgesamt ist die Konstruktion extrem solide und durchdacht. Aktuell gibt es kaum bessere Lösungen auf dem Markt. Vor allem nicht zu dem ausgerufenen Preis als Teil des Sets. Insgesamt besitzen die Pedale mitsamt Base Plate Abmessungen von 360 x 326 Millimetern, wodurch sie vergleichsweise kompakt gehalten sind, Die Controller-Box kann dann zum Beispiel unter dem Rig verstaut werden, die Länge der Kabel bietet hier genügend Flexibilität.




Pedale
Den Angaben von PXN zufolge sind die Pedale aus Edelstahl (304) und Aluminium (6061) gefertigt und jeweils einzeln sehr sauber mit Kugellagern gelagert. Sie lassen sich seitlich in ihrer Position verändern und über Langlöcher an der Rückseite jeweils einzeln anwinkeln. Zudem besitzen die Pedale, die sehr ähnlich aufgebaut sind, jeweils einen verstellbaren Endstop aus Silikon. Dieser dämpft den Ton gleichzeitig sehr gut, wodurch die Pedale vergleichsweise leise sind. Nach rund 50 Teststunden sind leichte Abnutzungsspuren sichtbar. Hier sollte man die Stops gegebenenfalls nach einigen Monaten drehen, um sie gleichzeitig abzunutzen.
Das Design ist insgesamt stark an die Pedale von VRS angelehnt, unterscheidet sich aber in nahezu jedem Detail. Insbesondere die Verarbeitungsqualität wirkt deutlich hochwertiger als bei den VRS-Pedalen.


Bremspedal
Das Bremspedal ist mit einer 200 Kilogramm starken Loadcell ausgestattet, die im vorderen Teil des Pedals untergebracht ist und dort die Kraft misst. Der Bremsvorgang selbst wird durch eine Kombination aus Feder und Umlenkstange erreicht. Die Feder wird dabei in zwei Optionen mitgeliefert:
- Rot: Bis zu 125 kg
- Grün: Bis zu 187 kg
Zudem lässt sich die Umlenkstange oberhalb der Feder in der Länge verstellen. Dabei wird vor allem das initiale Bremsgefühl verändert (weicher, bzw. härter), ähnliches sonst durch eine Änderung des Preloads. Allerdings ist die Einstellung hier sehr fummelig, da der Mittelteil aus zwei gegenläufigen Gewinden besteht. Zudem fehlt hier seitens PXN definitiv eine detaillierte Anleitung und wie sich die Einstellungen im Detail auf das Bremsgefühl auswirken. Hier sollte man das offizielle Manual entsprechend ergänzen um das volle Potential der ansonsten sehr guten Bremse auszunutzen. Denn der Bremsvorgang an sich verläuft durch die gurte Lagerung der Pedale ohne Spiel sehr sauber und gleichmäßig. Die Bremse lässt sich sehr gut dosieren und im Test waren die Rundenzeiten bereits nach wenigen Umläufen auf Pace. Lediglich auf ein 2-Stage-System, wie es mittlerweile einige Hersteller anbieten muss man hier verzichten.




Gaspedal
Für das Gaspedal setzt PXN neben der ungewöhnlichen, freiliegenden und dadurch gebogenen Feder auf eine weitere Besonderheit. Neben der verbauten Loadcell kommt hier zusätzlich ein Winkelsensor zum Einsatz, der durch eine vom Hersteller X-Cross Dual-Sensor Fusion Algorithm genannte Technik kombiniert wird. Dadurch sollen je nach Einstellung die Kurven noch einmal deutlich geglättet und beispielsweise der initiale Ausschlag bei Betätigung gedämpft werden. Inwieweit man diese Funktion nutzen möchte, kann in der Software frei entschieden werden (Prozentbereich von 0 bis 100 Prozent). Abgesehen vom Endstop gibt es keine mechanische Einstellungsoption und es liegt auch keine alternative Feder im Lieferumfang bei. Dies hat sich im Test allerdings nicht als negativ herausgestellt, da hier absolut kein Bedarf an jeglicher alternativer Einstellung vorhanden war. Das Gaspedal fühlt sich out of the box extrem gut an. Es lässt sich am Kurvenausgang sehr gleichmäßig aufziehen und die Härte liegt in einem sehr angenehmen Bereich (mittlere Härte). Wer ein weicheres oder härteres Pedal wünscht, muss allerdings auf Federn von Drittanbietern zurückgreifen. Auch die Vorspannung der Feder lässt sich hier grundsätzlich nicht einstellen, allerdings kann man hier mit einer zusätzlichen Mutter mehr Vorspannung erzielen.

Kupplung
Das 3-Pedal-Set wird durch die optionale Kupplung komplettiert. Für diese kommt eine 30 Kilo starke Loadcell zum Einsatz, welche in Kombination mit dem abkippenden Aufbau das Kupplungsgefühl erzeugt. Dadurch wird das Ansprechverhalten eines Bite-Points relativ gut imitiert. Insgesamt erhält man hier eine sehr solide und gut nutzbare Allrounder-Kupplung. Wer allerdings viele Einstellmöglichkeiten sucht, ist hier fehl am Platz.
Initial Stage: Downward force
- High sensitivity & Low resistance
Mid Stage: Lateral force
- High sensitivity & High resistance
Final Stage: Upward force
- Delivers defined two-stage pedal feel


Face Plates
Der Kontakt zum Fuß wird über die Face Plates aus Fordged Carbon hergestellt. Diese sind glatt ausgeführt und lassen sich über Langlöcher sowohl in der Höhe als auch im Winkel und im Abstand zum Fahrer einstellen. Dadurch ist man extrem variabel bei der Einstellung, was insbesondere für Heel-and-Toe von Vorteil sein kann. Die Platten bieten durch ihre glatte Ausführung relativ wenig Grip, lassen sich aber vor allem mit passenden Schuhen dennoch sehr gut nutzen.


Base Plate und Heel Rest
PXN legt dem Bundle eine passende Baseplate bei. Diese ist aus 6 Millimeter dickem Aluminium gefertigt, während die Fersenauflage aus 3 Millimeter dickem Forged Carbon und der Heel Rest aus Aluminium gefertigt wurden. Insgesamt ist der Aufbau extrem stabil und durch die vorhandenen Langlöcher bzw. Gewinde für die einzelnen Pedale äußerst variabel einstellbar. Hier hat PXN ausgezeichnete Arbeit geleistet.



Haptic Feedback
Aktuell sind noch keine haptischen Motoren verfügbar. Die Controller-Box verfügt jedoch bereits über die entsprechenden Ports, die in Zukunft dafür genutzt werden könnten.
Software
Die Software von PXN ist übersichtlich gehalten, bietet aber auf einer Seite alle Features, die man bei einem modernen Pedal-Set braucht:
- Pedalkurven für Gas, bremse und Kupplung
- Totzonen sowie Kalibrierung
- Profile für verschiedene Smiulationen
- Einstellung des gaspedals (Wahl zwischen Loadcell und Winkelsensor)
- Real-Time Output Monitoring zur Überprüfung der Funktion




Fazit
Mit den Vector X Pedals liefert PXN ein sehr starkes Simracing-Pedalset ab, das vor allem durch sein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis besticht. Für rund 500 Euro erhält man eine exzellente Verarbeitung aus Forged Carbon, Edelstahl und Aluminium sowie eine extrem robuste Baseplate. Letzteres ist in dieser Preisklasse absolut ungewöhnlich. Die verbaute 200-Kilo-Loadcell an der Bremse sowie die sehr weiche und präzise Abstimmung des Gaspedals ermöglichen eine präzise Kontrolle und sorgen sofort für konstante Rundenzeiten. Kleinere Schwächen wie die etwas fummelige Einstellung der Bremsfeder oder das verbesserungswürdige Handbuch fallen angesichts der sehr hohen Materialgüte und des starken Fahrgefühls kaum ins Gewicht. Wer den Sprung Richtung High-End-Segment wagen möchte, aber auf hohe Individualisierbarkeit verzichten kann, erhält hier ein sehr überzeugendes Gesamtpaket.


VORTEILE
- Bremsgefühl
- Materialien
- Base Plate
- Software
- Lieferumfang
- Preis/Leistungs-Verhältnis
NACHTEILE
- Umständliche Einstellungen
- Anleitung
















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