Tutorial: Virtueller Spiegel auf externem Display

Das Dashboard in Form eines externen Displays gibt es mittlerweile in allen Formen und Größen, darunter auch zunehmend Bildschirme im Ultra-Wide-Format. Sei es als VoCore-Screen oder reguläres HDMI-Display. Mit einigen kleinen Tricks kann man sich einen virtuellen Spiegel erschaffen, welcher das Rig optisch deutlich aufwertet und zudem einen praktischen Nutzen bietet.

Hardware – HDMI oder VoCore

Grundsätzlich hat man bei den Displays die Wahl zwischen VoCore-Screens, die über SimHub angesteuert werden, und generischen HDMI-Screens, die als reguläre Bildschirme unter Windows erkannt werden. Für den Betrieb der VoCore-Screens wird SimHub benötigt, es sei denn, man möchte sie auf einem recht umständlichen Weg ebenfalls als generischen Monitor unter Windows verwenden. Der größte Vorteil der HDMI-Screens ist die meist deutlich höhere Bildwiederholrate. VoCore-Displays bieten nämlich nur unter idealen Bedingungen (wenn nur kleine Teilbereiche aktualisiert werden) wirklich 60 Hz, was bei der Verwendung als virtueller Spiegel nicht gegeben ist. Bei HDMI-Screens gibt es sowohl Modelle, die neben einer Stromversorgung über USB zwingend ein HDMI-Kabel und somit einen freien Anschluss an der Grafikkarte benötigen, als auch Modelle, die über ein einzelnes USB-C-Kabel mit Signal und Strom versorgt werden.

Bei VoCore-Screens hat man die Wahl, diese als DIY-Projekt in einem 3D-gedruckten Gehäuse selbst unterzubringen oder auf fertige Lösungen mit zumeist zusätzlichen LEDs ab rund 250 € zurückzugreifen. HDMI-Screens werden in der Regel bereits in einem Gehäuse ausgeliefert, sodass nur noch eine Halterung benötigt wird.

Hier findet ihr einen exemplarischen Vergleich zwischen einem 12.3HDMI-Display und einem 7.8 Zoll VoCore-Display:

HDMIVoCore
Auflösungen1920 x 7201280 x 400
Hz60Hz60Hz (30Hz)
Benötigte VerbindungenUSB-C / USB-C + HDMIUSB-C (Power + Bild)

Software – Verschiedne Mlöglichkeiten

Um den virtuellen Rückspiegel auf den Bildschirm zu spiegeln (Achtung, schlechter Wortwitz), greift man auf einen kleinen Trick zurück: Man nutzt den in der Simulation bereits vorhandenen virtuellen Rückspiegel und überträgt das Bild dann entweder 1:1 oder gestreckt auf den echten Bildschirm. Dadurch ergeben sich einige Einschränkungen, wie die maximale Bildwiederholrate und die oft geringe Auflösung des virtuellen Spiegels. Dennoch erhält man so ein sehr spannendes und praktisches Gadget mit vergleichsweise wenig Aufwand. Die jeweilige Simulation muss dabei im Fenstermodus betrieben werden.

SPC Rearview Mirror

Unsere eigene Software SPC Rearview Mirror ist speziell für die Verwendung im Simracing und für den Betrieb mit HDMI-Screens konzipiert. Hier können verschiedene Profile angelegt werden, zum Beispiel für jedes Spiel oder sogar fürUnsere eigene Software SPC Rearview Mirror wurde speziell für Simracing und den Betrieb mit HDMI und VoCore-Displays entwickelt. Bildschirmbereiche können frei gewählt und im Fenster, im Vollbild oder direkt auf einem USB-Screen gespiegelt werden. Kategorien und Profile speichern die jeweiligen Aufnahmebereiche und Fensterpositionen.

Die Software wird als portable Single-File-EXE bereitgestellt und benötigt keine separate .NET-Installation.

  • Präzise Auswahl und Spiegelung beliebiger Bildschirmbereiche
  • Live-Vorschau des ausgewählten Aufnahmebereichs
  • Ausgabe im Fenstermodus, im Vollbildmodus und direkt über den VoCore-USB-Anschluss
  • Flexible Kategorien und Profile für Spiele, Fahrzeuge oder andere Anwendungsfälle
  • Skalierungsoptionen Seitenverhältnis beibehalten und Auf Bildschirmgröße strecken
  • Bildanpassungen für Kontrast, Helligkeit, Gamma, Schärfe und Glättung
  • Einstellbare Aufnahmerate von 10 bis 240 FPS
  • Globale Tastenkombinationen, automatischer Start und Steuerung über die Taskleiste
  • Portables, aus einer einzigen Datei ausführbares Programm, für das keine separate .NET-Installation erforderlich ist

SimHub

In SimHub kann über das Dash-Studio ein Bereich festgelegt werden, der für das Mirroring des virtuellen In-Game-Spiegels genutzt werden soll. Baut man sich dann mit der Screen-Capture-Funktion ein passendes Dashboard, kann man hier auf die Screen-Capture-Funktion zurückgreifen und das gespiegelte Bild nutzen. Der größte Vorteil ist hier klar die Möglichkeit, zusätzliche Informationen direkt auf dem Spiegel anzuzeigen. Ein Nachteil ist die recht hohe CPU-Belastung durch SimHub, die auf den mittlerweile sehr großen Umfang des Programms zurückzuführen ist. Hier kann man je nach CPU mit 3 bis 5 Prozent zusätzlicher CPU-Auslastung rechnen. Das ist kein wirkliches Problem, kann in gewissen Fällen aber trotzdem ausschlaggebend sein. .

OBS

Bei Verwendung eines HDMI-Screens kann neben SiMHub auch OBS genutzt werden, um den Bildausschnitt mittels der Funktion Open Scene Projector auf den Zusatzmonitor zu übertragen. Über Plug-ins ist es hier zudem möglich, Upscaling zu nutzen. Ein Nachteil ist jedoch auch hier das relativ aufwändige, dauerhaft im Hintergrund laufende Programm.

Kommentare

  1. Hallo,

    vielen Dank für den interessanten Artikel.
    Wo bekommt man den die Software SPC Rearview Mirror her?

    1. Avatar von Max Gripp
      Max Gripp

      Hallo Holger,

      Die ist im entsprechenden Abschnitt zum direkten Download verlinkt. Es kann nötig sein sie über Rechtsklick -> Speichern untern abzuspeichern

      Grüße,
      Max

  2. Hallo Max,
    vielen Dank 🙂

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