Sim-Lab XP1 Loadcell Pedale im Test
Im letzten Jahr hat der niederländische Hersteller Sim-Lab mit den XP1 Loadcell Pedalen sein erstes Pedal-Set auf den Markt gebracht. Mit einem Preis von rund 500€ positionieren sie sich im mittleren Preissegment, in dem sie sich gegen eine Vielzahl von Konkurrenzprodukten behaupten müssen. Wie sie sich im Test geschlagen haben, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Bestellung und Versand
Die XP1 Loadcell Pedale können direkt über den eigenen Shop von Sim-Lab oder über verschiedene Distributoren gekauft werden. Dabei kann aus folgenden Optionen gewählt werden (Preise exklusive Versand):
- Throttle + Brake: 490,76€
- Throtle + Brake + Clutch: 589,10€
- Throtle + Brake + Clutch (Black Edition): 638,27€
- Clutch only: 195,71€
- Pedal slider baseplate: Starting at 87,52€
- XP1 Black Conversion Kit: 39,29€
Das hier vorgestellte Set ist das 2-Pedal-Set, das zum Zeitpunkt des Tests zum reduzierten Preis von 392,4€ angeboten wurde.
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Das hier getestete Produkt wird durch den Hersteller zur Verfügung gestellt. Es wurde zu keinem Zeitpunkt Einfluss auf den Inhalt dieses Testberichtes genommen.
Lieferumfang
Mittlerweile haben viele Pedal-Sets einen üppigen Lieferumfang. Die XP1 Loadcell Pedale stechen hier aber noch einmal heraus – und zwar im positiven Sinne. Neben einer umfangreichen Auswahl an Elastomeren und Kabeln (in doppelter Ausführung) ist auch Montagematerial mit Schrauben in zwei verschiedenen Längen enthalten.
- Brake pedal
- Throttle pedal
- Control box
- USB-C cable
- 2 x Pedal cable short (30cm)
- 2 x Pedal cable long (75cm)
- 2 x Elastomer set (50A, 70A)
- 2 x Brake preload spring set (Light, Heavy)
- Brake preload buffer set
- Throttle spring heavy
- 10 x Bolt M6 x 30 DIN 912
- 10 x Bolt M6 x 20 DIN 912
- 2 x Bolt M5 x 25 DIN 912
- 4 x Bolt M5 x 12 DIN 912
- 20 x Washer M6 DIN 125-A
- 2 x Washer M5 DIN 9021
- 4 x Washer M5 DIN 125-A
- 20 x Lock-Nut M6
- 2 x Lock-Nut M5
- 10 x Slot-Nut M6
- 4 x Slot-Nut M5

Kompatibilität
Das Pedal-Set ist aktuell ausschließlich für die Verwendung an einem PC vorgesehen. Es ist zusätzlich für die Nutzung an einem Sim-Rig ausgelegt, entweder mit einer Halterung aus Aluminiumprofilen oder einer durchgehenden Montageplatte. Eine Konsolenkompatibilität ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht gegeben.
Montage
Die Pedale sind jeweils mit beidseitigen Slots zur Montage ausgestattet. Bis auf die mittige Verstärkung sind diese durchgehend, wodurch eine hohe Flexibilität bei der Montage am Rig geboten wird. Jedes Pedal wird mit vier Schrauben befestigt. Sim-Lab legt sowohl passende Nutensteine (wie hier für die Montage am P1X Pro Rig) als auch Muttern bei. Ebenfalls positiv hervorzuheben sind die Schrauben, die in zwei verschiedenen Längen mitgeliefert werden.
Anschließend wird pro Pedal ein Kabel in die mitgelieferte Controller-Box aus Plastik eingesteckt. Diese bietet zudem zwei offene Steckplätze für zusätzliche Peripheriegeräte. Die Box wird dann mit dem mitgelieferten USB-A-zu-USB-C-Kabel am PC angeschlossen, eine zusätzliche Stromversorgung wird nicht benötigt. Die Box ist mit vier Befestigungslöchern ausgestattet und kann beispielsweise an der Unterseite der Pedalhalterung angebracht werden.
Insgesamt dürften die Pedale also an jedem aktuellen Rig ohne Probleme und ohne größere Umbaumaßnahmen verwendbar sein.



Pedale
Im Gegensatz zu den meisten aktuell angebotenen Pedal-Sets sind die einzelnen Pedale nicht aus zugeschnittenen Metallplatten gefertigt, sondern bestehen jeweils aus Vollmetall. Dabei sind sowohl der jeweilige Pedalarm als auch die aus zwei Teilen bestehende Halterung schwarz bzw. grau eloxiert. Anbauteile, die für Vorstellungen an den Pedalen vorgesehen sind, werden zusätzlich in der Farbe Blau hervorgehoben, für das Gehäuse der Loadcell wurde die Farbe Gold gewählt. Damit setzen sich die Pedale klar von den meisten aktuellen Sets ab und stechen durch ihr Design und ihre Verarbeitungsqualität positiv aus der Masse hervor.
Um die Pedale im Winkel anzupassen, gibt es eine Führung im hinteren Bereich, die eine Verstellung des Winkels in einem Bereich von rund 20 Grad erlaubt. Zudem ist im vorderen Bereich ein Drehrad angebracht, das sich ohne Werkzeug verstellen lässt, um den maximalen Weg anzupassen. Eine weitere Verstellmöglichkeit besteht in der Wahl des Befestigungspunktes des Aufbaus am Pedalarm. Auch hier gibt es wieder drei Möglichkeiten, wobei die Höhe gleichzeitig auch dafür verantwortlich ist, wie viel Kraft man aufbringen muss, um eine Bewegung des Pedals zu erreichen. Je höher die Position gewählt wird, desto weicher wird das jeweilige Pedal.
Das Anschlusskabel wird im hinteren Bereich eingesteckt und kann dadurch sehr gut nach hinten geführt und somit gut versteckt werden.



Bremspedal
Die Bremse ist natürlich der Star eines jeden Pedalsets. Hier setzt Sim-Lab auf eine 200 Kilogramm starke Loadcell, die die Krafteinwirkung auf das Bremspedal misst. Somit ist je nach Positionierung des Arms eine maximale Bremskraft von bis zu 100 Kilogramm möglich. Ungewöhnlich ist dabei die runde Ausführung der Loadcell in Kombination mit ihrer Positionierung direkt am Ende des Elastomer-Aufbaus. Letzterer erzeugt dann das eigentliche Bremsgefühl. Hierzu kann man aus einer Auswahl von Federn in drei verschiedenen Härtestufen sowie dazugehörigen Buffern wählen:
- Spring
- Soft
- Medium
- Hard
- Buffer
- 7 mm
- 9 mm
- 11 mm
Die Federn werden gemäß der Anleitung jeweils mit einem passenden Puffer kombiniert. Dieser sorgt dafür, dass sich die verbaute Feder nicht vollständig komprimiert. Die hier vorgenommene Einstellung verändert vor allem das initiale Bremsgefühl. Sim-Lab verbaut standardmäßig die mittelharte Feder. Mithilfe des blauen, mit der Hand verstellbaren Rings kann zusätzlich noch etwas mehr Vorspannung auf den Aufbau gegeben werden, was sich ebenfalls auf das initiale Bremsgefühl auswirkt.
Zusätzlich kann man zwischen drei Elastomeren aus Gummi wählen, die oberhalb der Metallfeder eingesetzt werden. Standardmäßig wird der mittelharte Elastomer verwendet.
- Soft: Shore 50A
- Medium: Shore 60A
- Hard: Shore 70A
Insgesamt lässt sich das Pedal somit in einem sehr breiten Spektrum einstellen. Für diesen Test wurde beispielsweise eine Kombination aus harter Preload-Feder und hartem Elastomer gewählt. Als Befestigungspunkt kam zudem die mittlere Position zum Einsatz. Das Bremsgefühl braucht sich dabei auch vor teilweise deutlich teureren Loadcell-Pedalen nicht zu verstecken. Es ist präzise modellierbar und durch die vielen Individualisierungsoptionen leicht an die eigenen Vorlieben anpassbar. Dabei hilft, dass der Großteil der Einstellungen werkzeuglos vorgenommen werden kann.



Gaspedal
Neben dem Bremspedal besteht das 2-Pedal-Set natürlich noch aus dem passenden Gaspedal, das im Grundaufbau identisch zur Bremse ist. Anstelle einer Loadcell kommt hier ein Hall-Sensor zum Einsatz, der den Ausschlag des Pedals mit einer Auflösung von 16 Bit misst. Hier hat man folgende Möglichkeiten zur Einstellung:
- Feder: Es stehen zwei verschiedene Federstärken zur Auswahl.
- Befestigungspunkt: Die benötigte Kraft kann zusätzlich durch die Wahl des Befestigungspunktes beeinflusst werden.
- Vorspannung: Über die blaue Mutter lässt sich die Vorspannung verstellen, um das initiale Bremsgefühl zu verändern.
- Weg: Der maximale Weg des Pedals lässt sich über die Drehmutter an der Vorderseite des Pedals stufenlos einstellen.
Somit ist es möglich, sowohl ein sehr hartes Gaspedal mit kurzem Weg als auch ein weiches Gaspedal mit langem Weg einzustellen. Alle Einstellungen können zudem vollständig ohne Werkzeug vorgenommen werden. Die Betätigung ist dabei sowohl auf der Hardware- als auch auf der Softwareseite sehr geschmeidig, wodurch sich das Gaspedal in der Spitzenklasse einordnet.


Pedal Plates
Für die Kontaktflächen zum Fuß verwendet Sim-Lab Platten aus Vollmetall mit einer glatten Oberfläche und minimaler Texturierung. Sie werden über zwei Schrauben mittig mit dem Pedalarm verbunden und können in zwei verschiedenen Höhen montiert werden. Zudem ist es möglich, den Winkel zusätzlich zum Winkel des gesamten Pedalaufbaus um rund 10 Grad einzustellen.


Software
Die Software von Sim-Lab für die Pedale ist einfach, aber funktional. In einem Fenster lassen sich Pedalkurven einstellen, Kalibrierungen durchführen sowie Profile speichern und laden. Über ein Zusatzprogramm können außerdem Firmware-Updates durchgeführt werden.


DIY-Projekt: Heel Rest
Die Pedale werden standardmäßig ohne Base Plate angeboten und setzen somit entweder eine direkte Montage auf einer geeigneten Platte oder Aluminium-Profilen voraus. Hier findet ihr ein kleines DIY-Projekt einer 3D-gedruckten Heel Plate. In Verbindung mit einer Pedalaufnahme aus Aluminium stellt sie eine günstige, aber funktionale Erweiterung dar.
Fazit
Die XP1 Loadcell Pedale von Sim-Lab sind eine willkommene Abwechslung auf dem zuletzt eher eintönigen Markt der Simracing-Pedale. Die aus Vollmetall gefertigte Bremse ist mit einer 200 Kilo starken Loadcell ausgestattet und ermöglicht eine Einstellbarkeit ohne zusätzliches Werkzeug. In Kombination mit der einfachen, aber funktionalen Software und dem sehr großen Lieferumfang stellen die Pedale aktuell eine ernstzunehmende Konkurrenz im Preisbereich bis 500€ dar und heben sich in einigen Bereichen sogar von der Konkurrenz ab. Insgesamt erhält man hier ein grundsolides Pedalset, das insbesondere durch sein markantes Design auffällt und gleichzeitig eine exzellente Performance auf der Rennstrecke bietet.
Pros
- Preis/Leistungs-Verhältnis
- Lieferumfang
- Materialien und Verarbeitung
- Design
- Gaspedal
- Mounting-Optionen
- Einfache, aber funktionale Software
- Zum Großteil werkzeugfreie Einstellbarkeit
Cons
- Base Plate nur optional
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