Asetek Forte Simracing Pedale im Test

Asetek Forte Simracing Pedale im Test

Asetek ist bereits kurz nach dem Release der Invicta-Pedale dem Wunsch der Simracing-Community nach einem günstigeren Loadcell-Pendant gefolgt, und hat mit den Forte-Pedalen ein entsprechendes Modell auf den Markt gebracht. Inwieweit die Pedale für 500€ den hohen Ansprüchen des dänischen Unternehmens gerecht werden können, soll in diesem Review genauer unter die Lupe genommen werden.

Bestellung und Versand

Die Forte-Pedale von Asetek können sowohl beim hauseigenem Onlineshop des Herstellers als auch bei verschiedenen Distributoren erworben werden. Dabei werden folgende Preise ausgerufen:

  • Forte Sim Racing Pedals Brake and Throttle: 499€
  • Invicta Clutch System: 249€
  • Invicta Pedal Face Plates (2x) 39.99€
  • Invicta Pedal Face Plates (3x) 59.99€
  • Firm Throttle Spring: 10€

Vorbemerkung und Gemeinsamkeiten mit den Invicta-Pedalen

Die hier vorgestellten Pedale teilen sich bis auf die Konstruktion des Bremspedals die Basis mit den Invicta-Pedalen von Asetek (Link zum ausführlichen Testbericht). Dies ist in sofern ungewöhnlich, da Materialien und Verarbeitung dadurch durchaus hochwertiger ausfallen, als man es von einem Loadcell-Set um 500€ sonst erwarten könnte. Für detaillierte Informationen zur Montage am Sim-Rig, Infos zum Gaspedal, der Kompatibilität und DIY-Mods lohnt sich deshalb ein Blick in den erwähnten Testbericht. Die erwähnten Aspekte der Pedale werden hier nicht erneut aufgegriffen.

Maße und Gewicht

Die Pedale sind mit einer Größe von 457 mm x 212 mm x 256 mm bei nur rund drei Kilo Gewicht sehr kompakt und finden selbst in den schmalsten Rigs leicht einen Platz. Selbst das Ergänzen der optionalen Kupplung (Gewicht: ~1.6 Kilo) mit Maßen von 406 mm x 115 mm x 271 mm ändert daran nichts.

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist, wie man mittlerweile fast schon sagen kann, Asetek-typisch sehr umfangreich, beinhaltet verschiedene Befestigungsmaterialien und durch beigelegte Elastomere in verschiedenen Härten auch die Möglichkeit zur Individualisierung der Pedale.

  • Forte™ Brake & Throttle pedal combo
  • Manual
  • Safety brief
  • Warranty statement
  • Asetek SimSports™ sticker sheet
  • USB Type-A to USB Type-C cable (Two (2) meters)
  • USB Type-C to USB Type-C cable (Two (2) meters)
  • M6x5 Set screw (x2)
  • M6x20 Bolt (x4)
  • M6 slot nut (x4)
  • Washer (x4)
  • M6 Hex nut (x4)
  • Allen Key, 3mm
  • Allen key, 5mm
  • Elastomer
    • Yellow or White (w/ text), Soft, Extra
    • Orange or Green (w/ text), Medium, Preinstalled
    • Red or Yellow (w/ text), Hard, Extra
  • Throttle Spring
    • Hard, Preinstal
    • Soft, Extra

Pedalplatten

Ein Kritikpunkt im Test zu den Invicta-Pedalen waren die sehr scharfkantigen Pedalplatten, welche nicht wirklich für die Benutzung ohne Schuhe entworfen wurden. Hier erhält man im Gegenzug dazu sehr gut, sowohl mit als auch ohne Schuhe, nutzbare Pedale. Bei bedarf kann man dann noch die vollständig aus Aluminium gefertigten Forte-Pedal Face Plates gegen die Invicta Pedal Face Plates (erhältlich für 39.99€) austauschen.

Bremssystem / Loadcell

Asetek hat den Forte-Pedalen einen Two-Stage-Aufbau verpasst, mit dessen Hilfe es gelingen soll das Bremsgefühl eines Rennwagens nachzustellen. Das M.L.C.P.C (Mechanical Load Cell Powered Cylinder) genannte System versucht dies mit einer Kombination aus einem austauschbaren Elastomer und einem durch einen Gummiring gedämpften harten Endstop zu erreichen.

2-Stage-System

A hard brake pedal is faster because you can brake later, and it is required to properly trail brake and use your muscle memory to do so, as explained later. You can consider a race car braking system as 2 stages:

The “soft stage”: When you apply pressure on the pedal, it will move 10-20 mm (measured on the pedal plate), while you build up pressure, while the caliper pistons are traveling to and pushing the brake pads against the brake disc, and to compensate for the small amount of play in all the mechanical parts on the pedal system that is required for them not to seize up.

The “hard stage”: When hydraulic pressure is built up, the brake pads are squeezing the discs hard and all mechanical play is compensated. In this stage, your foot is basically “pressing against a wall”, because now your muscles are pressing directly against the hydraulic forces (the brake fluid). Since the fluid cannot be compressed, you will feel the pedal is hard. When a race car driver complains about a “long” or a “soft” pedal, it is typically because there is air in the system, and since air CAN be compressed, the pedal will feel soft and long. The mechanics then bleed the brakes for air, meaning there is only fluid left in the system, and the pedal is once again hard after passing the “soft stage”.

https://www.asetek.com/simsports/product/forte-pedals-brake-and-throttle/

Die erste Stage des Bremspedals wird hier durch das Komprimieren des verbauten Elastomers erreicht. Dieser ist in drei Härtegraden im Lieferumfang enthalten und sorgt für einen Weg von 15 bis 25 Millimetern (gemessen am Bremspedal, abhängig von den vorgenommen Einstellungen) ehe die zweite Stage erreicht wird.

Eine Anmerkung hierzu: Verfügt man über keine Möglichkeit die Pedale fest zu montieren (zum Beispiel an einem Simrig), ist es schwer bis unmöglich genug Bremsdruck aufzubauen um die zweite Stage zu erreichen. Der gewünschte Effekt kann dann nicht realisiert werden.

Die zweite Stage wird durch einen harten Endstop realisiert, bei dem der Weg des Bremspedals physisch durch einen mit einem Gummiring versehenen Anschlag begrenzt wird. Ab diesem Zeitpunkt kann das Pedal dann nur noch minimal bewegt werden. Im Bezug auf den Output macht die zweite Stage mit den Standard-Einstellungen dadurch lediglich wenige Prozent aus, wenn man die Pedalkurven nicht entsprechend manuell anpasst. Im subjektiven Eindruck führt hier ein etwas größerer Anteil der zweiten Stage von 20-35% zu einer besser Dosierbarkeit des Bremspedals ähnlich wie es bei den Invicta Pedals der Fall ist. Möchte man die entsprechenden Einstellungen vornehmen, ist dies seit dem neusten Update über die Software möglich.

Funktionsweise der Loadcell

Anstatt die Kraftübertragung des Pedals direkt auf die Loadcell umzuleiten, geht Asetek den Umweg über eine Feder (siehe Fotos). Das typische „Loadcell-Gefühl“ wird hier also etwas unorthodox erreicht und man kommt mit einer preisgünstigeren Loadcell aus, da diese für deutlich weniger Belastung ausgelegt sein muss. Asetek verspricht, dass die Hohe Auflösung der Loadcell für den gewählten Aufbau mehr als ausreichend ist.

Im Test trifft dies in der Tat zu und das Gefühl der Forte Pedals entspricht (in der ersten Stage) dem Gefühl von Pedalen mit direkter Kraftübertragung auf die Loadcell.

Software

Bei der Software bietet sich wie bereits angesprochen ein gemischtes Bild. Die Grundlegenden Funktionen sind sehr gut umgesetzt und die Software wirkt sehr aufgeräumt und einsteigerfreundlich. Alle Einstellungen sind in wenigen Mausklicks erreichbar und gehen einfach von der Hand.

Möchte man dann aber die erwähnte Pedalkurve anpassen, muss man die Profilfunktion zweckentfremden und die Datei in einem Texteditor manuell bearbeiten, damit man Punkte der Kurve abseits der in der Software veränderbaren 20%-Schritte bearbeiten kann. Hier hat Asetek allerdings bereits bestätigt an einer Lösung zu arbeiten um diesen Schritt komfortabler von der Hand gehen zu lassen. Bild 4 zeigt mögliche Anpassungen der Kennlinie des Bremspedals.

Fazit

Asetek ist mit den Forte Pedalen ein sehr solide günstigere Alternative zu den hauseigenen Invicta Pedalen geglückt. Man geht dabei Im Vergleich zu anderen Herstellern findet man hier eine relativ unkonventionelle Konstruktion des Bremspedals, welche hier und da aktuell noch etwas Feintuning vertragen kann. Über die Software lässt sich dann aber ein ausgezeichnetes Bremsgefühl erreichen, welches im Test selbst im direkten Vergleich zu den Invicta-Pedalen sehr gute Rundenzeiten ermöglichte.

Ebenso bietet das Pedal-Set einen ausgezeichneten Lieferumfang und eine ausgesprochen hochwertige und von den Invicta-Pedalen bereits bekannte Bauweise bei nahezu allen Komponenten. Der Preis erscheint dementsprechend vergleichsweise hoch, relativiert sich aber durch die inkludierte Baseplate, welche man bei anderen Herstellern häufig zusätzlich erwerben muss. Im Vergleich zum Preis der Pedale von 499€ ist die separat erhältliche Kupplung mit 249€ etwas zu teuer.

Insgesamt sind die Pedale von Asetek aktuell im Bereich bis 500€ für ein 2-Pedal-Set inklusive Baseplate eine klare Empfehlung.

Pros

  • Plug & Play …
  • Gute Software …
  • Einstellungen fast vollständig ohne Werkzeug durchführbar
  • Lieferumfang
  • Materialien und Verarbeitung
  • Bremsgefühl
  • (RGB)

Cons

  • … auf Kosten einer freien Positionierung
  • … bis auf die Umsetzung der Pedalkurven
  • (lauter Endstop des Gaspedals)

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