MOZA Racing R9 Wheel Base im Test

MOZA Racing R9 Wheel Base im Test

Wenn man aktiv in der Simracing-Szene unterwegs ist, wird man in den letzten Monaten immer wieder auf den Namen MOZA gestoßen sein. Dieser Name war bisher vor allem für hochwertige Hightech-Kamerastabilisatoren und ähnliches Zubehör bekannt. Mit der MOZA Racing R9 Wheel Base greift der Hersteller jetzt auch den Budget-Direct-Drive-Markt an, mit 9 Newtonmetern für unter 500€ wird dabei die CSL-DD von Fanatec direkt ins Visier genommen. In wie weit die Wheel Base eine Empfehlung wert und in welchen Bereichen sie dem Platzhirsch von Fanatec vielleicht sogar überlegen ist, soll dieses Review untersuchen.

Bestellung und Versand

Die Produkte von Moza können direkt beim Hersteller in China bestellt werden, hier fallen allerdings zusätzlich relativ hohe Versandkosten und Zollgebühren + Steuern bei der Einfuhr an. Empfehlenswert ist es daher die Produkte bei einem europäischen Händler zu erwerben. In Deutschland gibt es so zum Beispiel den Anbieter Sim-Motion, der auch die Base für diesen Test kostenfrei zur Verfügung stellte. Eine Einflussnahme fand dabei natürlich nicht statt, es gab keinerlei Bedingungen seitens des Händlers aus Deutschland.

Folgende Preise werden derzeit in Deutschland für die Produkte aufgerufen:

  • R9 Wheel Base: 459€
  • GS Steering Wheel: 499€
  • CS Racing Wheel: 299€
  • Quick Release: 79€
  • RS Racing Wheels: 499€
  • Tischklemme für R9: 65€

Lieferumfang

MOZA legt der Base alles bei was man für den Betrieb benötigt und packt zusätzlich noch Schrauben zur Befestigung, ein Sticker-Set und eine Stofftasche dazu.

Achtung: Ein Quick-Release ist (wie auch bei zum Beispiel Simucube und Fanatec) nicht im Lieferumfang enthalten, alle Lenkräder von Moza werden aber ohnehin mit einem vormontieren QR ausgeliefert.

Hier der gesamte Lieferumfang:

  • Wheel Base R9
  • DC power supply/supplies
  • Power Cord
  • Data cable
  • Screw Kit
  • Cloth Bag
  • Quick start guide & Warranty card
  • MOZA Sticker

Technische Daten

Nachfolgend findet ihr die technischen Daten des Herstellers für die MOZA R9 Wheel Base. Besonders hervorzuheben sind die kompakten Maße.

Applicable PlatformPC
Driving typeDirect Drive
Maximum Steering AngleUnlimited
Housing MaterialAluminum Alloys
Housing ColorBlack / White
Maximum Torque9 N·m
Maximum Power180W
Input voltage110V~220V AC —>36V DC
USB Refresh Rate1000Hz
Wheel Base Indicator LightApplicable
APP FunctionalitiesApplicable
Quick ReleaseCustomized Quick Release
Connection PortStarting Switch, Power Supply, Data, Emergency Stop Switch, Display Screen
AccessoriesUser Guide, Warranty Card, Power Supply, USB Cable, Took Kit
Mounting4 holes on the bottom; exclusive holder that supports angle adjustment and side fix; table clamp
Table ClampOption
Side MountingOptional
Emergency Stop SwitchOptional
Firmware UpdatingOptional
Size (L x W x H)(mm)240x157x124

Kompatibilität

Moza gibt für die R9 ein breites Band an Spielen als voll kompatibel an. Im Test funktionierten sowohl Assetto Corsa als auch dessen indirekter Nachfolger Assetto Corsa Competizione sowie iRacing und Dirt Rally direkt ohne Probleme. Für Forza Horizon 5 musste allerdings ein relativ kompliziertes Tutorial (Link) des Herstellers befolgt und dabei mit Vjoy eine Zusatzsoftware installiert werden.

  • Assetto Corsa
  • Assetto Corsa Competizione
  • Dirt – Serie
  • F1 – Serie
  • Project CARS – Serie
  • iRacing
  • Forza Horizon 4
  • Forza Horizon 5 (Win 10)
  • Live For Speed
  • Automobilista – Serie
  • rFactor2
  • Euro Truck Simulator 2
  • American Truck Simulator
  • KartKarft
  • WRC 9
  • WRC 10
  • BeamNG.Drive
  • MudRunner
  • Wreckfest
  • RaceRoom Racing Experience

Eine native Kompatibilität mit der aktuellen Konsolengeneration ist nicht vorgesehen.

Montage

Für die Montage der Wheel Base sind vier Gewinde an der Unterseite vorgesehen, welche genutzt werden können, um eine direkte Verbindung zum Rig herzustellen. Empfehlenswert ist hier in jedem Fall die passende Tischklemme. Diese bietet die Möglichkeit sowohl den Neigungswinkel der Base den eigenen Bedürfnissen anzupassen als auch durch die Verwendung von Langlöchern mehr Flexibilität bei der Positionierung zu schaffen. Die beiden Klemmen, welche bei der Montage an einer Schreibtischplatte genutzt werden können, können für die Befestigung direkt an einem Simrig abgenommen werden.

Nach der Verschraubung müssen nur noch das beiliegende USB-A-Kabel mit dem PC und das Netzteil mit einer Steckdose verbunden werden und die Montage ist abgeschlossen.

Lenkräder und Quick-Release

Der Quick-Release ist eine der größten Stärken der Wheel Base. Er bietet nicht nur eine stabile Verbindung zwischen Lenkrad und Base, er ist gleichzeitig in der Lage eine stabile Stromversorgung der kabellosen Lenkräder von MOZA sicherzustellen. Die Vorteile der Systeme von Fanatec und Simucube werden somit vereint ohne das man eine zusätzliche Schraube bzw. einen Sicherungspin benötigen würde. Das im Test verwendete MOZA GS Steering Wheel konnte so ohne spürbares Spiel verbunden werden und es kam zu keinem Zeitpunkt zu Problemen. Die Montage ist mit einem Handgriff erledigt und das Einrasten des Quick-Releas wird mit einem satten Geräusch quittiert.

Neben dem bereits erwähnten Lenkrad im Fomula-Stil gibt es aktuell nur die Wahl zwischen zwei Runden Lenkrädern (RS / CS Racing Wheel). Hier wäre es wünschenswert, wenn MOZA in Zukunft weitere Lenkräder in das Sortiment aufnimmt. So lange bleibt es aber möglich mit einem einzeln erhältlichen Quick-Release Lenkräder anderer Hersteller zu verwenden.

Ein separates Review des MOZA GS Steering Wheels erscheint zu einem späteren Zeitpunkt.

Software

MOZA hat mit dem MOZA Pit House eine Software für das gesamte Ökosystem des Herstellers geschaffen. Hier lassen sich unzählige Einstellungen sowohl für die Wheel Base als auch das Lenkrad vornehmen. Eine Besonderheit ist dabei der FFB-„Equalizer“, welcher verspricht verschiedene Effekte getrennt voneinander zu verstärken oder abzuschwächen (zum Beispiel das Fahren über Curbs bei 80 oder 160 km/h). Dies führte beim Test zu gemischten Ergebnissen, für manche Szenarien ist dies aber ein tolles Feature, welches in Zukunft mit Sicherheit von MOZA erweitert wird.

Updates sind im Pit House natürlich ebenso möglich wie ein Reset oder eine Neukalibrierung.

Das einzige Feature, welches zum Zeitpunkt des Tests noch nicht umgesetzt wurde, ist das Anlegen von Spiel/Fahrzeugspezifischen Profilen. Hier arbeitet MOZA aber bereits an einer Lösung.

App

Ein nettes Gimmick ist die hauseigene App mit der sich die Einstellungen on-the-fly mit dem Handy verstellen lassen. Hier die Links zu den beiden App-Stores inklusive einiger Vorschaubilder:

Force-Feedback

Der wichtigste Faktor für die Kaufentscheidung für oder gegen eine Wheel-Base ist natürlich das Force Feedback. Hier müssen sich die neun Newtonmeter der MOZA R9 mit Sicherheit nicht verstecken. Sie ermöglichen ein sattes Lenkradgefühl ohne Verzögerung und spürbare Darstellungs-Fehler. Der Quickrelease ist dabei spielfrei und es gibt keine ungewollte Geräuschentwicklung. Lediglich bei sehr scharfen Einstellungen muss man mit einem Oszillieren der Base rechnen. Für dieses ist die R9 mit der aktuellen Software etwas anfälliger als beispielsweise die Simucube Sport. Hier muss man also entweder kleine Kompromisse eingehen oder auch einfach die Hände am Lenkrad lassen.

Für manche der verschiedenen Spiele gibt es bisher kaum „known good“ – Profile, hier muss man entweder selbst Hand anlegen oder sich durch verschiedene Profile in Facebook-Gruppen oder dem Discord-Server von MOZA durcharbeiten – Genau das richtige für Simracing-Enthusiasten, Anfänger könnten aber durchaus etwas enger an die Hand genommen werden.

Insgesamt hinterlässt das Force Feedback einen sehr guten Eindruck, insbesondere in Verbindung mit dem vergleichsweise relativ leichten Formula-Wheel.

Impressionen

Vergleich mit der CSL-DD von Fanatec

Im direkten Vergleich zum wohl größten Konkurrenten im Bezug auf Stärke und Preis, muss sich die neue Wheel Base von MOZA sicher nicht verstecken. Beide Systeme bieten dabei aber sowohl Vor- als auch Nachteile. Fanatec besitzt aktuell ein unschlagbar vielfältiges Sortiment und ist in den Punkten Kompatibilität und Profilauswahl immer noch der Platzhirsch. Auf der anderen Seite bekommt man bei der R9 etwas mehr Newtonmeter für einen (geringfügig) günstigeren Preis und einen besseren Quickrelease.

Wieder einmal muss man als Anwender selbst entscheiden, welche Punkte für die eigene Produktwahl die entscheidenden sind. Falsch macht man mit keinem der beiden Hersteller nichts.

Fazit

MOZA ist mit der R9 Wheel Base ein wirklich gutes Produkt geglückt. Abseits von kleinen Schwächen bei der Software, hat man hier alles was man braucht: Ein insgesamt sehr gelungenes Force Feedback kombiniert mit einem wirklich guten Quick-Release bei einem vergleichsweise kleinen Preis.

Der Hersteller ist aktuell im regen Austausch mit der immer aktiver werdenden Community. Wenn es gelingt, die kleinen Schwächen auszumerzen, könnte sich die R9 zu einer neue Standard-Empfehlung für den Direct-Drive-Markt unter zehn Newtonmetern mausern.

Aber auch so ist die Base, insbesondere wenn man Gefallen an einem der Lenkräder aus dem Sortiment von MOZA gefallen hat, ein sehr gutes Produkt und dadurch eine Empfehlung wert.

Pros

  • Force Feedback…
  • Kabellose Lenkräder von Moza…
  • Preis/Leistungs-Verhältnis
  • Kompaktes Design
  • Sehr robuster Quick-Release
  • Materialanmutung
  • (Software)

Cons

  • … bis auf kleine Schwächen
  • … mit eingeschränkter Auswahl

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