Heusinkveld Sim Pedals Sprint – Pedale und Baseplate im Test

Heusinkveld Sim Pedals Sprint – Pedale und Baseplate im Test

Bestellung und Versand

Die Pedale und die passende Baseplate können sowohl über Heusinkveld selbst als auch über unzählige Drittanbieter bezogen werden. Die Preise liegen dabei jeweils im folgenden Bereich:

  • 2er Pedalest (Gas + Bremse): ~600€
  • 3er Pedalset: ~700€
  • Baseplate: ~90€

Zwischen dem günstigsten Einstieg bei Nutzung einer eigenen Baseplate ohne Kupplung für 600€ und dem voll ausgestatteten Set für rund 800€ liegen somit knapp 200€. Möchte man die Kupplung später separat nachkaufen, so ist dies für ca. 120€ möglich.

Lieferumfang

Das Set von Heusinkveld zeichnet sich durch einen sehr üppigen Lieferumfang aus, das 3er Set beinhaltet das folgende Material (Herstellerangaben):

  • Throttle pedal
  • Brake pedal with integrated controller
  • Clutch pedal (only if you have ordered a 3-pedal set)
  • USB cable
  • Manual
  • Accessory box
    • 10mm rubber
    • 19mm rubber
    • 28mm rubber
    • 3x 10mm thick acrylic spacer
    • 6mm thick disc
    • 7/8mm wrench
    • 10/13mm wrench
    • 2.5mm hex key
    • 3mm hex key
    • 4mm hex key
    • USB cable
    • Brake pedal angle adjustment tool

Ab der Version 1.4 gibt es als Neuerung andere Rubber mit einer leicht veränderten Kennkurve

  • 19mm hard rubber
  • 19mm soft rubber
  • 37 mm soft rubber
  • 2x 10mm thick acrylic spacer

Details finden sich in den entsprechenden Anleitungen:

Montage und Installation

Die Pedale werden von Heusinkveld vormontiert geliefert und müssen nur noch mit den beiliegenden M5-Schrauben auf der Baseplate (oder einer eigenen Variante) in einer Position nach Belieben verschraubt werden. Anschließend werden Gas und Kupplung mittels RJ9-Kabel direkt mit dem Bremspedal verbunden, welcher wiederum mit einem USB-Kabel direkt an dem Rechner angeschlossen wird. Je nach gewählter Position der Pedale, kann die Länge des RJ9-Kabels etwas knapp bemessen sein, eine handelsübliche Verlängerung schafft in diesem Fall aber schnell Abhilfe.

Möchte man den Winkel der Pedale (Für Gas, Kupplung und Bremse möglich) anpassen, so sollte man dies vor der Montage auf der Baseplate machen (In der aktuellen Version ist dies auch nachträglich problemlos möglich). Eine detaillierte bebilderte Anleitung und das passende Werkzeug dazu befinden sich jeweils im Lieferumfang.

Die Pedale sind dann, ohne weitere Software direkt nutzbar und auf eine Bremskraft (am Pedal, gemessen am Punkt an dem die Schraube sitzt) von etwa 30 Kilo voreingestellt.

Pedale

Die Pedale bestehen fast ausschließlich aus CNC-lasergeschnittenem Stahl, welches teilweise in Anthrazit (RAL7016) pulverbeschichtet wurde. Die Qualität der Verarbeitung lässt keine Wünsche übrig und macht einen äußerst hochwertigen Eindruck.

Die Pedalplatten lassen sich bei jedem der Pedale mit wenigen Handgriffen in der in der Höhe verstellen.

Bremse

Die Bremse ist natürlich das Herzstück eines jeden Pedalsets. Für sie setzt Heusinkveld auf eine 120 Kilo Loadcell (Zum Vergleich: Fanatec V3: 90 Kilo), welche zu einer maximalen realen Bremskraft am Pedal von 65 Kilo führt. Dies ist für die meisten Anwendungsfälle vollkommen ausreichend.

Um die Bremse weiter an die eigenen Bedürfnisse anzupassen gibt eine anpassbare Vorspannung der Feder sowie austauschbare Elastomere in sechs Konfigurationen.

In der ersten Phase des Bremsvorgangs wird die Feder des Pedals komprimiert. Dies soll den Abstand zwischen Bremsscheibe und Bremsbelag simulieren, ehe dann der Hauptteil des Bremsvorgangs über das Komprimieren der Gummis erfolgt.

Diese sind auf verschiedene Arten kombinierbar, was zu einem veränderten Verhältnis von Pedalweg zu benötigter Kraft führt. Somit lassen sich sowohl Pedale von Rennfahrzeugen als auch Straßenfahrzeugen nachahmen. Eine detaillierte Anleitung dazu findet sich sowohl in der mitgelieferten Anleitung als auch in Videoform: https://www.youtube.com/watch?v=TJF50o3tHUM

Die Bremse ermöglichte es mir im Test sowohl in Fahrzeugen mit ABS (ACC) als auch ohne ABS (AC) bereits nach wenigen Runden ein gutes Gefühl über das Auto zu erhalten. Den Größten Mehrwert, vor allem gegenüber Pedalen mit ohne Loadcell, sehe ich aber in der Konstanz durch einen immer genau reproduzierbaren Bremsdruck.

Gas

Das Gaspedal kann auf verschiedene Arten eingestellt werden:

  • Pedalweg: Kann in fünf Stufen mit dem mitgelieferten Werkzeug in wenigen Handgriffen verstellt werden.
  • Force Curve: Lässt sich im Pedalarm verstellen und verändert vor allem die benötigte Kraft um eine 100%-Gasstellung zu erreichen.
  • Spring Preload: Verändert die initial benötigte Kraft um das Gaspedal zu bewegen.

Die verschiedenen Anpassungen sollten vor allem nach den persönlichen Vorlieben vorgenommen werden. Die Pedale lassen sich in der vorkonfigurierten Einstellung bereits problemlos verwenden.

Kupplung

Die Kupplung lässt sich ebenso durch eine Veränderung der Vorspannung der Feder oder durch eine Änderung der pedal force curve im Pedalarm verändern. Auch hier sind Änderungen natürlich optional und nicht zwingend nötig.

Baseplate

Die Baseplate von Heusinkveld besteht aus drei Teilen und bietet folgenden Lieferumfang:

Main parts:

  • 2x Powdercoated C-bracket
  • 1x powdercoated pedal plate
  • 1x bead blasted heel plate

Pedal plate mounting:

  • 4x M4 countersunk bolt
  • 4x M4 flanged nut

Heel plate mounting:

  • 4x M3x 20mm heel rest spacer
  • 4x M3x 40mm heel rest spacer
  • 4x M3 countersunk bolt
  • 4x M3 flanged nut
  • 4x M4 washer

Pedals mounting:

  • 12x M5x12mm bolts
  • 12x M5 washer
  • 12x M5 flanged nut

Rig mounting:

  • 4x M5x16 bolt
  • 8x M5 large washer
  • 4x M5 nylock nut

Mit einer Breite von 320 Millimetern und einer Tiefe von 272 Millimetern ist sie relativ kompakt ausgeführt und findet in den allermeisten Szenarien genug Platz zur Montage. Die Heel-Plate kann in drei Höhen (0, 20 und 40 Millimeter) montiert werden, die dazu verwendeten M3-Schrauben könnten allerdings passend zu den sonst sehr robust ausgeführten Pedalen etwas massiver ausfallen.

Die meisten aktuellen Simrigs verfügen bereits über passende Bohrungen für die Befestigung der Baseplate. Die insgesamt sechs Punkte zur Befestigung (analog zu den Pedalen von Thrustmaster) haben einen Abstand von 235 Millimetern in der Breite bei jeweils 104 Millimetern Distanz untereinander. Für den Betrieb ohne Verschraubung direkt auf dem Boden ist die Baseplate allerdings nicht ausgelegt.

Software

Die Software (SmartControl) von Heusinkveld ist zweifellos eines der Highlights des Pedal-Sets. Hier lassen sich (auch nicht-lineare) Pedalkurven verwirklichen, Deadzones setzen und die Bremskraft einstellen. Alle Einstellungen lassen sich in eigenen Profilen speichern sowie laden und Änderungen an diesen werden ohne neue Kalibrierung in jeder gängigen Simulation direkt umgesetzt ohne das Spiel neu starten zu müssen.

Ebenfalls Teil der Software ist ein Kalibrierungstool, welches nur bei mechanischen Veränderungen von Gas und Bremse oder einem Vertauschen selbiger bei invertierter Montage benötigt wird.

Die Pedalkurven lassen sich frei konfigurieren und werden direkt in einem Graph dargestellt. Bremse und Gas sind in der Regal linear. Für bestimmte Szenarien lassen sich allerdings gezielte Änderungen wie eine Begrenzung auf beispielsweise 80% Bremskraft umsetzen um einem Blockieren der Räder z.B. in iRacing mit einem Fahrzeug ohne ABS gänzlich zu verhindern. Analog lässt sich für die Kupplung ein idealer Schleifpunkt einstellen, dadurch kann es in der Praxis einfacher werden diesen beim Start zu halten.

Insgesamt lässt sich Software von Heusinkveld keinerlei Wünsche übrig.

Modding

Natürlich war auch die DIY-Community nicht untätig, so gibt es bereits einige Mods für die Sprint Pedale: Dazu gehören veränderte Pedalplatten, eine Abdeckung für den USB-Anschluss und eine praktische Halterung für das mitgelieferte Werkzeug: https://www.thingiverse.com/search?q=heusinkveld+sprintt

Fazit

Insgesamt sind die Heusinkveld Sim Pedals Sprint ein wunderbare Stück Simracing-Hardware. Eine ausgezeichnete Verarbeitung, ein sehr üppiger Lieferumfang und zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten sorgen für Begeisterung und werden durch die ebenfalls sehr gut umgesetzte Software abgerundet. Durch eine Kombination dieser Pluspunkte lassen sich so nahezu alle Fahrzeugklassen nachbilden, angefangen von einem extrem harten Bremspedal mit wenig Weg bis zu einem Straßenfahrzeug mit einem im Vergleich eher weichen Pedal. Limitierend kann sich hier höchstens die 120 Kilo Loadcell auswirken, welche bei den Ultimate+-Pedalen der Herstellers mit 200 Kilo dimensioniert wurde, um auch für extreme Anwedungsfälle gerüstet zu sein.

Als Kritikpunkte können lediglich die etwas umständliche Verstellung der Pedale (hier wird in der Regel Werkzeug benötigt) und der im Vergleich zu der Konkurrenz etwas höhere Preis aufgezählt werden. Für diesen erkauft man sich bei Heusinkveld allerdings einen ausgezeichneten Produktsupport, sowohl was Fragen als auch was Reklamationen betrifft.

Pros

  • Vielseitge Einstellmöglichkeiten…
  • Verarbeitung und Materialanmutung
  • SmartControl Software
  • Lieferumfang
  • Modularer Aufbau / Erweiterbarkeit
  • (Langfristiger) Produktsupport

Cons

  • … welche manchmal etwas zu umständlich sind
  • (Preis)

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